Wir über uns

11000 pflegen Kunst, Freundschaft und Humor

Unter den bekannten Herrengesellschaften ist die “Schlaraffia” wohl die fröhlichste. Sie ist aber auch die einzige, in der weltweit deutsch gesprochen wird – nicht nur in Westerland oder Immenstadt, Bern oder Wien. Für Schlaraffen in Frankreich, Schweden, Spanien, Nord- und Südamerika, Kanada, Japan, Südafrika, gleich welcher Nationalität und Rasse ist ebenfalls während der eigenen Veranstaltungen die deutsche Sprache vorgeschrieben.

Zur Geschichte des Reyches 247 Nauinheimbia (Wettereiba Aurea)

Im Jahr 1911 gründeten einige in Bad Nauheim zur Kur weilende Schlaraffen einen krystallinischen Stammtisch, der als inoffizielle „Kurschlaraffia“ über 13 Jahre bestand. Parallel hierzu bildete sich in Friedberg 1923 ein „Stammtisch zur grünen Eule“. Der Boden war somit bereitet für ein Uhunest in Bad Nauheim bzw. Friedberg.

Die Gründung der Coloney Nauinheimbia fand 1924 statt. Die Mutterschaft übernahm das hohe Reych 76 Francofurta. Die Sanktionsfeier wurde in einem rauschenden Fest vom 8. – 10. im Wonnemond a.U. 67 (1926) im damaligen Sprudelhotel gefeiert. Es folgte ein glückliches Jahrzehnt schlaraffischen Blühens und Gedeihens. Treffliche Ritter und wahrhaft „erleuchtete“ Herrlichkeiten glänzten als bestechende Meister des Wortes, der Kunst und der Musik.

Des Reyches Stolz ist seine Burg. Der „Dicke Turm“, einst eine Außenwehr der gewaltigen Friedberger Burganlage, wurde zu einem Uhunest, das bisher jeder einreitende Sasse neidlos als Ideal einer schlaraffischen Burg empfand. Ihn erspäht und dies erkannt zu haben, ist das Verdienst des Rt. Luginsland, der Burgfechser. Rt. Drahtkraft sorgte dafür daß dieses Kleinod in schlaraffischen Besitz kam. Erworben hat ihn die Sassenschaft in redlicher Gemeinschaftsleistung. Sassenschaft und Burg waren, sind und bleiben eins für dieses Reych. Unzählige Einritte aus dem Uhuversum in jeder Jahrung bestätigen dies.

Im Jahr 1927 (a.U. 68) wurde unser Reych von dem inzwischen gebildeten Feldlager 276 „Zu den Gyssen“ als Ziehmutter gewählt. Die Sanktionsfeier der lieben Tochter konnte a.U. 71 (1930) celebriert werden.

Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft zogen dunkle Wolken auch über das muntere Völkchen der Nauinheimben. Es kamen die entscheidungsschwerden Stunden der „freiwilligen“ Selbstauflösung 1937. Alle Protokolle, Reychsakten und Insignien, die der Gestapo hätten abgeliefert werden müssen, überdauerten die Zeit in der treuen Obhut von Rt. Hem-Hem.

Anfang a.U. 87 (1946) scharten sich gut zehn der verbliebenen Getreuen wieder um Uhu und die wieder erstandene Nauinheimbia sippte als 7. Reych nach der Uhufinsternis in seiner 370. Sippung. Die Rückkehr der meisten vollzog sich wie überall in Westdeutschland. Hinzu kamen vertriebene Sassen aus den Ostreychen, die hier eine neue profane und schlaraffische Heimat fanden.

a.U. 91 (1950) konnte die Sanktion der zweiten Tochter 306 „Ob der Dill“ in festlichem Rahmen gefeiert werden.

Die Jahre nach dem Wiederbeginn mit ihren sehr schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen forderten von der Sassenschaft große Opfer. Aber auch das schweißte sie enger zusammen. Ein stetiger Aufbau des Reyches und Zuwachs neuer Mitglieder ließ Nauinheimbia (Wettereiba Aurea) erstarken. Großartige und charismatische Persönlichkeiten trugen zum Erfolg bei. In den Jahrzehnten seit dem Wiederbeginn wurde die Burg, der „Dicke Turm“ mehrfach renoviert und die Vorburg mit erheblichen Kosten umgebaut.

Daß Nauinheimbia seine Feste in großartiger Weise zu zelebrieren versteht, bewiesen das 50., 60., 66. und 75 Stiftungsfest ebenso, wie die 2000. Sippung, die jeweils im Kurhaus in Bad Nauheim gefeiert wurden. Technisch und organisatorisch, vor allem aber auch künstlerisch waren dies Sippungen, die noch lange in den Besuchern nachklangen. Auch das gemeinsame 88. Stiftungsfest der drei Reyche Reyche Gaudia Mundi (246), Nauinheimbia Wettereiba aurea (247) und Athenae Gottingenses (248) im Rosensaal in Steinfurth war so ein denkwürdiges Ereignis. Der Einsatzbereitschaft der Sassenschaft, vor allem aber auch die Bereitschaft, wichtige Arbeiten durch die Firmen einiger Sassen kostenlos durchzuführen, sind diese Erfolge zu verdanken.

Spielfreude und die Bewahrung der Tradition sowie die Pflege der Kunst in ihren mannigfaltigen Ausprägungen sind Ausdruck des Sippungsgeschehens. Ein bunter Strauß von Sippungen mit überschriebenen Themen belebt in jeder Winterung das Spiel.

Ein warmer und uhuhertzlicher Willekum ist Euch gewiss, wenn wir Euch bei einem Einritt im „Dicken Turm“ begrüßen dürfen.